Talk „Junge Menschen im digitalen Raum“

16.10.20

Auf Einladung des Kompetenzzentrums Jugend-Check sprachen Lilly Blaudszun und Maik Beermann (MdB) am 22. September darüber, wie junge Menschen für Politik begeistert werden können, welche Kanäle sie selbst dafür nutzen und warum sie den Jugend-Check wichtig finden.

Das Kompetenzzentrum Jugend-Check (KomJC) hat den Launch der Jugend-Check App gefeiert. Aus diesem Anlass hat das KomJC Lilly Blaudszun und Maik Beermann zu einem Talk eingeladen. Der CDU-Bundestagsabgeordnete und die SPD-Social-Media Expertin sprachen mit Moderator Bernd Fiedler über die Frage „Junge Menschen im digitalen Raum – Welchen Einfluss hat die Gesetzgebung?“.

Beermann zeigte sich positiv überrascht davon, wie politisch die jüngere Generation sei: „Aber eher themenorientiert, es  herrscht weniger Parteiaffinität vor.“ Er sei froh, dass es junge Menschen wie Lilly Blaudszun gebe, da sie mit politischen Inhalten junge Menschen erreiche.

Auf Instagram Menschen außerhalb der „Politik-Bubble“ erreichen

„Mein Antrieb ist es, die Leute draußen zu erreichen und für Politik zu begeistern“, machte Blaudszun deutlich. „Und dafür ist Instagram sinnvoll – es ist mein Lieblingsmedium, weil ich dort Leute außerhalb der Politik-Bubble erreiche.“ Digitale sowie analoge Formate und Angebote, um mit den Menschen in den Dialog zu treten, seien 2020 entscheidend, um ein Auseinanderdriften der Gesellschaft zu verhindern.

Auch Beermann hat gerade zu Beginn der Corona-Pandemie Beermann  den direkten Draht zu den Bürgerinnen und Bürgern gesucht. Dabei sei es den jungen Menschen, die ihn kontaktiert hätten, hauptsächlich um Schule gegangen – etwa fehlender Kontakt zu den Lehrerinnen und Lehrern, kein funktionierendes Digital Learning oder Sorgen wegen des Abiturs.

Forderung nach Ausweitung des Jugend-Checks

Beermann wies aber auch auf die „Leerstelle Jugendpolitik“ hin: „Ich finde, dass alle Politikfelder die jüngere Generation etwas angehen. Es ist hilfreich, wenn der Jugend-Check dabei unterstützt, das nicht zu vergessen. Daher finde ich auch die Einrichtung des Jugend-Checks super – aber er muss verbindlich auf alle Bundesministerien ausgeweitet werden.“

Dem schloss sich Blaudszun an: „Ich finde es bezeichnend, dass die Parteien es vorher nicht geschafft haben, junge Menschen mitzudenken. Daher erleben wir auch die Entfremdung von Politik und ich kann mir nur wünschen, dass der Jugend-Check ausgeweitet wird.“

Junge Menschen im Bundestag

Uneinig waren sich Blaudszun und Beermann bei der Frage, ob junge Menschen stärker im Deutschen Bundestag vertreten sein sollten. Beermann hält Lebenserfahrung für eine hilfreiche Grundlage für seine Arbeit als Abgeordneter. Blaudszun hielt dagegen, dass es eher um die Frage gehen sollte, ob man die Menschen und die Probleme der Region kenne, die man im Bundestag vertreten möchte – dabei spiele das Alter keine Rolle. Junge Menschen hätten einen anderen Blick auf die Dinge, daher wünsche sie sich mehr junge Menschen im Parlament.

Die Veranstaltung fand im Rahmen des digitalen Bundeskongresses Kinder- und Jugendarbeit 2020 statt.

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