FAQ

Auf dieser Seite haben wir häufig gestellte Fragen gesammelt, die an uns als Kompetenzzentrum Jugend-Check (KomJC) herangetragen wurden, und geben Antworten darauf. Wenn Ihnen ein Aspekt in diesem Fragenkatalog fehlt, melden Sie sich gerne bei uns.

Häufige Fragen

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Beim Jugend-Check werden neue Regelungsvorhaben der Bundesregierung, vor allem Gesetzentwürfe, geprüft. So liefert der Jugend-Check einen Beitrag zu den Beratungen im Kabinett und anschließend im Parlament. Bei wesentlichen Unterschieden zwischen dem Referentenentwurf und dem Regierungsentwurf kann das Ergebnis der Jugend-Checks aktualisiert werden. Wenn Änderungen an bestehenden Regelungen vorgenommen werden, dann prüft das KomJC nur die Auswirkungen, die sich durch diese Änderungen ergeben. Bei besonderem Interesse oder starker vermuteter Relevanz prüfen wir auch geplante Maßnahmen oder Verordnungen auf ihre Auswirkungen auf junge Menschen zwischen 12 und 27 Jahren. Wenn Sie bei einer geplanten Maßnahme besonderen Bedarf sehen oder Interesse an den Auswirkungen auf junge Menschen haben, sprechen Sie uns gerne an.

Das KomJC wendet ein zweistufiges Prüfverfahren an. Vor der Hauptprüfung eines Regelungsvorhabens steht eine Vorprüfung. Dabei wird geprüft, ob bei einer Umsetzung Auswirkungen auf junge Menschen zwischen 12 und 27 Jahren zu erwarten sind. Nur wenn die Antwort „Ja“ lautet, erfolgt die ausführliche Hauptprüfung, die in einen detaillierten Jugend-Check mündet.

So wie der Jugend-Check durch das Kompetenzzentrum Jugend-Check auf bundesweiter Ebene durchgeführt wird, lässt er sich nicht unbedingt eins zu eins auf lokaler oder regionaler Ebene adaptieren. Auch mehrere Bundesländer denken aktuell darüber nach, wie ein Jugend-Check auf Länderebene aussehen kann. Wir stehen Ihnen gerne für einen Austausch zu Möglichkeiten der Entwicklung eines lokalen oder regionalen Jugend-Checks zur Verfügung.

Der Projektträger des KomJC ist das Deutsche Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung (FÖV). Das FÖV ist als ein gemeinsam von Bund und Ländern getragenes wissenschaftliches Forschungsinstitut parteipolitisch neutral und den Standards „Guter wissenschaftlicher Praxis“ verpflichtet. Innerhalb des FÖV ist das KomJC dem Institut für Gesetzesfolgenabschätzung und Evaluation (InGFA) zugeordnet, welches an der Entwicklung der Methodik des Jugend-Checks beteiligt war. Die Prüfung der Regelungsvorhaben erfolgt mit gebührender Fachlichkeit und parteipolitischer Neutralität.
Zudem wird das KomJC durch einen unabhängigen Fachbeirat begleitet, der das KomJC berät und unterstützt.

Die eigenständige Lebensphase Jugend tritt beim Jugend-Check nicht in Konkurrenz mit der Lebensphase Kindheit. Beide sind wichtige Lebensphasen. Der Jugend-Check fokussiert sich jedoch bewusst auf den aktuell weniger berücksichtigten Lebensabschnitt Jugend. Der 15. Kinder- und Jugendbericht beschreibt die Herausforderungen, denen sich junge Menschen stellen müssen, mit drei prägnanten Schlagworten: „Qualifizierung, Verselbstständigung und Selbstpositionierung“ (15. KJB, S. 49). Trotzdem stehen die Belange junger Menschen selten auf der Agenda. Daher fokussiert sich der Jugend-Check ganz bewusst auf die Auswirkungen geplanter Gesetzesvorhaben auf junge Menschen zwischen 12 und 27 Jahren.

Gleichzeitig bestehen aber wesentliche Schnittmengen zu den Kinderrechten. Das KomJC strebt einen engen Austausch mit der Zivilgesellschaft an und pflegt unter anderem den Kontakt mit der Monitoring-Stelle der UN-Kinderrechtskonvention. Bei der Erarbeitung der Methodik und der Entwicklung des Prüfrasters des Jugend-Checks wurden Erkenntnisse des Child Rights Impact Assessment berücksichtigt.

Der Jugend-Check ist kein Beteiligungsinstrument und soll nicht als Ersatz für jugendpolitische Beteiligung verstanden werden. Er dient der Information und Sensibilisierung politischer Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, damit Auswirkungen auf junge Menschen in Gesetzgebungsprozessen und öffentlichen Debatten im Blick behalten werden. Dadurch werden jugendpolitische Beteiligungsprozesse nicht infrage gestellt, sondern ergänzt.

Beteiligung und Einbeziehung junger Menschen spielen jedoch eine wichtige Rolle bei der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Jugend-Checks. So wird das Prüfinstrument in unterschiedlichen Veranstaltungsformaten durch die Mitwirkung junger Menschen als Expertinnen und Experten in eigener Sache geschärft.